~ Luna & Arika~
 

Meine Hunde

 

Happy-Luna vom goldenen Mühlbach

Rasse: Cavalier King Charles Spaniel
Wurftag: 17.01.2004
Farbschlag: blenheim
Grösse: 34 cm
Gewicht: 9,0 kg

Stammbaum

Züchter: Liane und Harald Zörlein

 

Arika von der Huepfburg

Rasse: Dalmatiner
Wurftag: 12.03.2007
Farbschlag: weiss/schwarz
Grösse: 57 cm
Gewicht: 25 kg

Stammbaum

Züchter: Traudl Finsler

 

Traurige Erkenntnisse

Mit unserer Arika hatte ich leider richtig Pech bzw. ist dieser Hund für sein Leben gestraft!
Eigentlich dachte ich, meinen Dalmatiner bei einem verantwortungsvollen Züchter zu kaufen, der sich nach eigenen Aussagen auch mit Genetik gut auskennen sollte.

Leider war ziemlich schnell klar, nachdem Arika bei mir einzog, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie jammerte schon als Welpe unentwegt, sie leckte sich praktisch ständig, biss sich sogar die Pfoten blutig, war extrem nervös und unruhig - und keiner konnte sich erklären, warum dies so war.

Mit ihrem 6. Lebensmonat dann der Schock! Ohne Vorwarnung, ohne erkennbare Veranlassung rastete sie aus, ging auf Luna los, die sich sofort unterwarf, biss ihr in den Hals und schüttelte sie. Ich musste dazwischen gehen, da Arika nicht mehr los ließ!

Arika ging von Anfang an in eine Welpenschule, anschließend in einen Junghundekurs... mein Ziel war es mal, mit ihr die Begleithundeprüfung abzulegen und Agility zu machen, wie schon mit meiner Luna. Die Hundetrainerin konnte sich Arikas Verhalten nicht erklären. Dazu kam, dass Arika bei Spaziergängen anfing auszurasten, wenn uns Fußgänger, andere Hunde, Pferde oder Traktoren entgegen kamen. Ihr Knurren und Bellen ist so heftig, sie rastet so unglaublich aus, dass man durchaus Angst vor ihr bekommen könnte.

Als Welpe wurde sie schon an diese Umweltreize heran geführt. Sie hatte weder mit Hunden, anderen Menschen oder Tieren schlechte Erfahrungen gemacht. Auch gab es zuvor bei einem vorbei fahrenden LKW oder Traktor nie einen Zwischenfall.

5 erfahrene Hundetrainer schauten sich Arika an und arbeiteten mit uns! Auch hier konnte sich niemand dieses gestörte Verhalten erklären.

Mehreren Tierärzten wurde Arika vorgestellt. Es wurden teils kostspielige Untersuchungen vorgenommen.

- Kernspintomographie - Untersuchung auf Gehirntumor oder Wasseransammlung im Gehirn
- großes Blutbild
- Schilddrüsenuntersuchung
- Untersuchung auf Vireninfektion, die eine Schädigung des Gehirns hätten verursachen können
- Allergietest
- Neurologische Untersuchung beim Spezialisten

Heraus kam lediglich:

Arika hat eine Futtermittelallergie und ist allergisch auf Rind, Mais, Weizen und Soja.
Das Futter wurde sofort umgestellt. Leider ist die Allergie nicht die Ursache für ihr Verhalten. Sie zeigt nach Jahren nach wie vor die selbsen gestörten Verhaltensweisen.

Der Neurologe untersuchte Arika gründlich und stellte hinterher ebenfalls fest, dass dieser Hund extrem verhaltensgestört und hochgradig nervös ist (vergleichbar auch mit ADHS = Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom). Seiner Einschätzung nach liegt bei Arika eine Schädigung des Gehirns vor, so dass sie Umweltreize gestört wahrnimmt und es so zu diesen Ausrastern kommt und sie Alltagssituationen als Reizüberflutung empfindet. Ursachen könnten in der Zucht liegen - was nach heutiger Erkenntnis nahe liegt.

Mittlerweile wissen wir, nach eigenen Aussagen des Züchters, dass bei der Mutter Daili von der Burg Baldeck der Verdacht nahe liegt, Träger der Epilepsie zu sein. Ebenfalls ist bekannt, dass auch Welpen von Belinda von der Burg Baldeck an Epilepsie erkrankt sind. Und dem nicht genug, geht die Epilepsie im Stammbaum noch weiter zurück. Duffy of Animal Farm, die Schwester von Daisy of Animal Farm (Urgroßmutter mütterlicherseits von Arika), hatte bereits im Jahr 1998 ihren ersten epileptischen Anfall, dem weitere heftige Anfälle folgten.

Leider ist es nach wie vor so, selbst wenn in einem Wurf die Epilepsie auftritt, dass nur der betroffene Hund von der Zucht ausgeschlossen wird, aber dass mit vermeintich gesunden Geschwistern weiter gezüchtet weren darf. Leider sieht man keinem Hund an, ob er Träger der Epilepsie ist, der zwar selbst nicht erkrankt, aber dennoch die Epilepsie weiter vererben kann.

Als Daili von der Burg Baldeck, die Mutter von Arika, zur Zucht eingesetzt wurde, hätte man dies bereits wissen können und meiner Meinung nach auch müssen. Ich bin letztendlich über das Internet an diese Informationen gelangt - google macht´s möglich!

Nur mein Züchter, mit dem ich über lange Zeit in Kontakt stand und ihn regelmäßig informierte, wie viele Tierarztbesuche und Untersuchungen noch anstehen, wie viel Geld ich in Untersuchungen und Hundetrainer gesteckt habe (mehr als 2.000 € innerhalb 1 Jahres), hielt es bedauerlicherweise nicht für nötig, mir diese Informationen zukommen zu lassen, obwohl er zwischenzeitlich selbst diesen Verdacht hegte und seine eigene Hündin aus der Zucht nahm.

Hätte uns der Züchter zu Beginn der Untersuchungen diese Informationen zukommen lassen, hätten wir nicht blind wie mit einer Nadel im Heuhaufen rumstochern müssen. Dies hätte uns viel Zeit, Geld und einige Torturen erspart und wir hätten gezielter auf Arika eingehen können. Des Weiteren zeigte auch eine Schwester von Arika ähnliche agressive Verhaltensweisen, die den Zweithund der Familie, einen Zwergpudel, attackierte, so dass sich beide Hunde letztendlich inneinander verbissen und genäht werden musste. Ich sprach telefonisch mit dem Besitzer dieser Hündin, der mir daraufhin mitteilte, dass es für die Familie zu gefährlich wäre, den Hund weiter zu behalten. Der Hund wurde daraufhin zur Vermittlung frei gegeben. Auf der HP des Züchters tauchte dann der Text auf, dass der Hund ein neues zu Hause suchen würde, da er vorm Ersthund nicht kuschen möchte! So kann man das natürlich auch formulieren!

Im Nachhinein bin ich menschlich maßlos enttäuscht, was mir bei der Welpenübergabe schon hätte auffallen müssen! Arika wurde mir, trotz bekannter einseitiger Taubheit, für den vollen Kaufpreis von 980,00 € verkauft. Wichtige Informationen zu Erbkrankheiten in der Zuchtlinie wurden mir vorenthalten, obwohl ihm die Problematik mit Arika bekannt war. Und als ich ihn schließlich mit den Tatsachen telefonisch sowie auch schriftlich informierte, und den Kaufpreis zurückforderte, wurde mir mit den Worten geantwortet, "ich würde mir nur nicht eingestehen wollen, dass ich nicht in der Lage wäre, diesen Hund zu halten" und dass kein anderer Hund aus dem Wurf solche Verhaltensauffälligkeiten zeigen würde. Das Schicksal der Schwester wurde einfach mal unter den Teppich gekehrt!

Schlussendlich ist mir klar, dass es diesem Züchter nicht um das Wohl seiner gezüchteten Hunde gehen kann! Vielleicht war es Arika's Schicksal, zu uns gekommen zu sein - ich wüsste nicht, wer sonst mit diesem Hund die unzähligen Lebenseinschränkungen in Kauf nehmen würde. Normal ist bei diesem Hund gar nichts! Spaziergänge finden dort statt, wo möglichst freies Feld und weder Menschen noch Hunde sind. Sie irgendwohin mitnehmen, sei es im Sommer in Biergärten, mal ein Ausflug in die Stadt usw. was man mit seinem Hund normalerweise macht, ist undenkbar. Tierarztbesuche enden damit, dass der Hund vor Nervosität und Überdrehtheit das Wartezimmer zusammen schreit, so dass wir schon Termine vor den regulären Sprechzeiten bekommen und in der Wohnung müssen wir unentwegt aufpassen, dass der Hund sich nicht ständig aus krankhafter Unruhe an den Pfoten leckt und beißt! Aus tierärztlicher Sicht besteht auf eine Besserung des Verhaltens wenig Hoffnung, außer man würde den Hund mit Psychopharmaka oder Valium vollstopfen!

Wir bringen für Arika jede Geduld und jedes Verständnis auf, was wir haben und nehmen sie so, wie sie ist und tun alles, um sie den Situationen nicht auszusetzen, die sie nicht verarbeiten kann und schränken dadurch unser eigenes Leben ein!

Lieber Züchter, wie lange wärst Du wohl in der Lage, diesen Hund zu halten?!

~ kerstin@cavalierwelt.de ~